KiLa Schmunzelmonster e.V.
Pädagogisches
  Konzept
 

Unsere Erzieherinnen

Gabi
Bianca


Für eilige Leser:

Wir sind ein Eltern-Initiativ-Kinderladen und haben Platz für 13-15 Kinder im Alter von 1,5 bis 6 Jahren.
Wir orientieren uns im Kinderladen Schmunzelmonster an der Reggio-Pädagogik. Dabei liegt unser Schwerpunkt auf der Musik.
Eine unserer beiden Erzieherinnen ist zusätzlich ausgebildete Facherzieherin für Musik.
Aufgrund des guten Personalschlüssels und der kleinen Gruppengröße besteht eine familiäre Atmosphäre.
Die Eltern bereiten täglich Frühstück zu. Das Mittagessen wird abwechselnd von einer Köchin oder den Eltern frisch gekocht. Grundsätzlich bereiten wir das Essen mit BIO-Lebensmitteln zu.
Der Kinderladen ist werktags von 7.30 bis 16.30 Uhr geöffnet.

Reggio-Pädagogik:
Die Reggio-Pädagogik wurde in der italienischen Region Reggio Emilia entwickelt und danach benannt. Die wesentlichen Ziele der Reggio-Pädagogik sind es die Wahrnehmungsvorgänge und alle Sinne des Kindes zu aktivieren und zu intensivieren. Die Erzieherinnen richten die Aufmerksamkeit auf die vielfältigen Potenziale und Wege der Kinder beim Erforschen und Entdecken der Welt. Sie unterstützen sie bei ihrer Auseinandersetzung mit der Welt und geben Impulse. Dabei sollen alle Fähigkeiten der Kinder, all ihre Kräfte und Ausdrucksweisen eingesetzt werden, um somit Lernprozesse und die Aneignung von ganzheitlichem Wissen zu ermöglichen.

Projektarbeit:
Projekte gehören zu den Alltäglichkeiten der Kinderladen-Praxis. Sie entwickeln sich aus Spielhandlungen, Gesprächen oder Beobachtungen der Kinder. Ein Thema steht dabei im Mittelpunkt; die Annäherung an dieses Thema erfolgt durch mannigfaltige sinnliche Erfahrungen mit den unterschiedlichsten Materialien und Medien.

Musik:
Der aktive Umgang mit Musik fordert und fördert die gesamte Persönlichkeit der Kinder. Vor allem das Wohlbefinden, den Ausdruck, die Fantasie, die Kreativität, aufmerksames Zuhören und soziale sowie kognitive Kompetenzen. Das Kind erfährt Musik als Quelle von Freude und Entspannung sowie Anregung in Tätigkeiten wie Singen, Musizieren, Musikhören, Bewegung , Tanzen und Malen. Mit Neugier und Experimentierfreude setzt es sich mit den musikalischen Facetten wie Tönen, Tempo und Rhythmus auseinander. Wichtig ist, dass Kinder Musik nicht nur als Geräuschkulisse erleben, sondern das aufmerksame Zuhören spielerisch lernen. Außerdem nimmt es Musik als Möglichkeit wahr seine Gefühle auszudrücken. Der Ansatz ist nicht nur auf das musikalische Ergebnis fixiert, sondern spielerisch, ganzheitlich und prozessorientiert.

Bewegung:
Dem großen Drang nach Bewegung wird entgegengekommen mit Ausflügen in nahe gelegene Parks, auf den Bauernhof und zu Spielplätzen. Es werden Unternehmungen in die Bücherei, zum Theater, zum Reiten oder zum Turnen ermöglicht. Aber auch der Hof und die Räume des Kinderladens bieten eine Reihe von Möglichkeiten sich auszuprobieren.

Feste:
Der Geburtstag, sowie Fasching, Ostern, Sommerfest, Laternenumzug und Weihnachten werden immer mit viel Freude von der gesamten Gruppe gefeiert. Im Sommer entlassen wir dann kontaktfreudige, selbstbewusste, ausdauernde und neugierig im Spiel konzentrierte Kinder in die Schule.



Für ausführliche Leser:


Inhalt

1. Vorwort
Zur Reflexion der täglich stattfindenden pädagogischen Arbeit ist eine verbindliche Konzeption für das Erzieherinnenteam vom großen Vorteil. Sie wurde von den Erzieherinnen des Kila Schmunzelmonster erarbeitet und zusammengestellt. Diese Konzeption ist gedacht als Orientierung für die Eltern und Erzieherinnen dieser Einrichtung sowie als Qualitätsnachweis für die Senatsverwaltung für Schule, Jugend und Sport.

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2. Rahmenbedingungen
Der Kinderladen Schmunzelmonster e. V. befindet sich in Berlin, im Bezirk Tempelhof (PLZ 12099), in der Friedrich-Wilhelm-Strasse 87, nähe U-Bahnhof Kaiserin-Augusta-Strasse. Er wurde 1988 von Eltern gegründet und verfügt über 13-15 Plätze für Kinder im Alter von 1 bis 6 Jahren. Diese Einrichtung ist eine Eltern-Initiative und wird dementsprechend von Eltern und durch den Senat für Schule, Jugend und Sport finanziert. Die monatlichen Elternbeiträge sind gestaffelt und richten sich nach dem Jahresdurchschnittseinkommen der jeweiligen Eltern.

Die Ladenwohnung besteht aus drei Räumen, einem Flur, Büro, sowie Bad und Küche. Jedes Zimmer übernimmt bestimmt Aufgaben: Im Flur befinden sich Eingang und Garderobe. Das Esszimmer wird für die Mahlzeiten genutzt sowie für Bastelarbeiten oder Spiele am Tisch. Im Spielzimmer befindet sich eine Matratze, die Platz für alle Kinder bietet um sich morgens musikalisch zu begrüßen, Bilderbücher im Laufe des Tages vorzulesen oder sich zurückzuziehen. Eine weitere Rückzugsmöglichkeit bietet das Spiegelzelt. Außerdem ist in diesem Raum Platz zum konstruktiven Bauen mit Duplosteinen, Bausteinen, Murmelbahn, Naturmaterialien oder Tüchern. Im Tobezimmer befindet sich eine Kiste zum Verkleiden, Puppengeschirr und kleine Matratzen zum Bauen. Da wir auf Zahnhygiene großen Wert legen, werden nach den Mahlzeiten im Bad die Zähne geputzt. In der Küche bereiten abwechselnd eine Köchin oder die Eltern jeden Tag das Mittagessen frisch zu. Der Hinterhof des Ladens bietet Platz zum Dreiradfahren. Außerdem befindet sich dort eine Buddelkiste. Alle Räume außer dem Büro werden für pädagogische Tätigkeiten und Beschäftigungen je nach Erfordernissen und Möglichkeiten genutzt.

Der Tagesablauf sieht wie folgt aus: Um 8.00 Uhr öffnet der Kinderladen. Die Gruppenarbeit beginnt um 9.00 Uhr mit dem gemeinsamen Morgenkreis. Im Morgenkreis haben die Kinder die Möglichkeit, Erlebtes zu erzählen, einander zuzuhören, Mitgebrachtes zu zeigen, gemeinsam zu singen. Sie können sehen, welche Kinder anwesend sind und welche fehlen. Nach dem Frühstück finden weitere Gruppenaktivitäten statt, die im pädagogischen Teil der Konzeption besprochen werden. Um 12.30 Uhr essen wir gemeinsam Mittag. Wir vertreten die Auffassung, dass während der Mahlzeiten kein Kind zum Essen gezwungen wird das Essen probiert werden sollte die Kinder lernen können, ihr Essen selbstständig einzuteilen und aufzutun. Um 13.30 Uhr können die Kinder abgeholt werden. Bis zur Schließung um 16.00 Uhr finden Freispiel und Aktionen mit einzelnen Kindern statt.

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3. Pädagogische Konzeption
Bevor nun auf die Teilbereiche unserer pädagogischen Tätigkeit eingegangen wird, ist unbedingt darauf hinzuweisen, dass die Teilbereiche in dieser Praxis niemals losgelöst voneinander existieren. Die einzelnen Schwerpunkt bedingen einander, greifen ineinander und vernetzen sich. Der Tag im Kinderladen stellt somit eine komplexe Lebens- und Lernsituation dar.

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3.1 Eingewöhnung
Kommt ein Kind mit 1-3 Jahren in eine Kindereinrichtung, so ist das der Beginn eines neuen Lebensabschnittes. Für das Kind beginnt eine Zeit vieler neuer Eindrücke und die Erweiterung des Lebensumfeldes, verbunden mit einer ersten Ablösung von den Eltern. Damit das Kind neugierig und offen die Angebote in der Kita wahrnehmen kann und positive Erlebnisse möglich werden, ist eine Eingewöhnung unbedingt erforderlich. Eine Bezugsperson muss während der Eingewöhnung anwesend sein, um die Basis für das Kind zu bilden, bei der es sich bei Verunsicherung wieder zurückziehen kann.

Die Eltern sollten sich passiv verhalten und das Kind nicht drängen, sich von ihnen zu entfernen und es immer akzeptieren, wenn es ihre Nähe sucht. Sie sollten weder versuchen, das Kind zu unterhalten (weil sonst der Erzieherin die Möglichkeit in Kontakt mit dem Kind zu kommen, genommen wird), noch sollten die Eltern mit anderen Kindern spielen, lesen, usw. Die Erzieherin versucht über Spielangebote oder über Beteiligung am Spiel des Kindes Kontakt aufzunehmen. In den nächsten Tagen verlässt das Elternteil für einen abgesprochenen Zeitraum die Einrichtung. Verläuft die Trennung gut, wird der Zeitraum stetig ausgeweitet. Die Eingewöhnung ist abgeschlossen, wenn sich das Kind von der Erzieherin trösten lässt. Das Kind hat jetzt durch Hilfe der Eltern eine neue Beziehung aufbauen können. Durch eine gelungene Eingewöhnung, „ersetzt“ die Erzieherin die Bezugsperson in deren Abwesenheit als „sichere Basis“. Das Kind findet Trost und kann sich jetzt ungehindert den Spiel- und Lernangeboten der neuen Umgebung zu wenden. Die Eltern sind und bleiben aber die wichtigsten Bezugspersonen.

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3.2 Sozialverhalten
Hat das Kind diese Dinge erlernt, stellt der Kinderladen ein erstes aktives Einüben von Sozialverhalten dar. Es sollte den Kindern gelingen, Denken, Fühlen und Wollen zu integrieren. Es müssen Inhalte („Ich will mit der Murmelbahn spielen!“) und Vermittlungsformen („Bitte gib mir eine Murmel!“) gefunden werden, seine Bedürfnisse zu äußern. Dies ist Voraussetzung für ein gelingendes Sozialverhalten. Auch die Spielmaterialien regen zum miteinander sprechen und spielen an. Die Gruppenatmosphäre soll durch gegenseitiges Wohlwollen und Verständnis gekennzeichnet sein. Wir schaffen Situationen, die eine entspannte Kommunikation ermöglichen (z. B. am Frühstückstisch). Gruppenprozesse bedürfen einer sorgfältigen Beobachtung durch die Erzieherinnen und ggf. der vorsichtigen Lenkung. So kann gemeinsames spielen angeregt und evtl. Außenseiter in das Gruppengeschehen mit eingebunden werden. Kleine alltägliche Streitereien (wie Spielzeug entwenden) werden mit allen daran beteiligten Kindern besprochen, Lösungswege aktiv gesucht und erprobt.

Eine weitere Voraussetzung ist die Vorbildfunktion der Erzieherinnen. Mit Lob – auch bereits für Bemühungen – sollte nicht gespart werde, denn es ist eine positive Rückmeldung an das Kind und dient als Motivation. Am Ende der Kinderladenzeit sollte das Kind folgende Verhaltensweisen ansatzweise gelernt haben: sich als Person wahrnehmen und einschätzen mit anderen Kindern Kontakt aufnehmen, spielen und auseinandersetzen mit eigenen und fremden Gefühlen umgehen hilfsbereit sein und Rücksicht nehmen Bedürfnisbefriedigungen aufschieben Enttäuschungen verarbeiten wichtige Regeln kennen, beachten und hinterfragen

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3.3 Musik und Rhythmik
Musik spricht Kinder ganz unmittelbar an, sie weckt Lebensfreude und Neugier und trägt dazu bei, emotionale, motorische, sprachliche, mathematische, soziale und räumliche Kompetenzen zu fördern. Die Kinder bekommen eine Fülle von Anregungen mithilfe der Rhythmik und werden somit neben der Schulung der Stimme oder Ausprägung des Gehörs ganzheitlich gefördert. Rhythmik ist ein pädagogisches Arbeitsprinzip, die sich durch eine bestimmte Methodik und eine ganz spezielle Arbeitsweise auszeichnet und die Lern- und Verhaltensprozesse in Gang setzt.

Mithilfe der Mittel Musik, Sprache/Stimme, Materialien, Bewegung und der Gruppe, und unter Berücksichtigung der Gegebenheiten
- Raum (Gestaltung des Raumes)
- Zeit (Bewegung muss in einer bestimmten Zeit ausgeführt sein)
- Kraft (wie kann ich sie dosieren)
- Form (Sind Raum, Zeit und Kraft harmonisch, ergibt sich eine gute Form)
werden Erfahrungen und Erkenntnisse erlangt, verinnerlicht und vertieft.

Die Kinder sollen durch einen Sinneseindruck zu einem entsprechenden Ausdruck gelangen. Dies geschieht nach dem Prinzip des Führens und Folgens. Es werden hierbei klare Aufgabenstellungen an die Kinder gestellt:
- Zeige was du hörst
- Begleite was du siehst
- Zeige was du dir vorstellst

Die Kinder werden im sozialen Bereich geschult, sie differenzieren ihre Grob- und Feinmotorik, sie lernen sich zunehmend besser zu konzentrieren und erweitern ihre geistigen und sprachlichen Fähigkeiten. Die Kinder entdecken ihre Stärken, überwinden Unsicherheiten und gewinnen Selbstvertrauen. Das ist wichtig, um sich an ungewöhnliche Situationen heranzuwagen.

In unserem täglichen Morgenkreis sind unsere Kinder unter Verknüpfung von Bewegung, Sprache und Musik die Akteure. Sie lernen das Orff-Instrumentarium zu benutzen und Liedtexte auswendig. Über die Stimme hinaus wird der ganze Körper als Instrument genutzt. Einzelne Instrumente werden ausführlich erkundet, sowie verschiedene Klänge ausprobiert. Die Kinder haben die Gelegenheit auf Wunsch vor der Gruppe vorzuspielen oder vorzusingen. Das stärkt nicht nur ihr Selbstbewusstsein, sondern auch den Wunsch sich musikalisch auszudrücken. In der wöchentlichen Musikstunde werden diese Dinge vertieft und auch der Tanz als Möglichkeit der Begegnung genutzt. Die Kinder werden mit Konzertinstrumenten bekannt gemacht (Klarinette, Geige, Oboe, Horn, Cello, Flöte…) sowie mit Instrumenten aus anderen Kulturen (Harfe, Dudelsack, Sambainstrumenten…) Musikprojekte werden angeboten (Verbesserung der Singfähigkeit, Peter und der Wolf…) Das Anhören geeigneter klassischer Werke soll den Kindern die Vielfalt der Musik aufzeigen, die Geschmacksbildung fördern, sowie Entspannung und Entlastung geben. Das musikalische Tun dient zum Anregen der Phantasie und soll den Kindern Freude bereiten.

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3.4 Projektarbeit
Die Kriterien für die Auswahl des Projektthemas sind vorrangig die Interessen der Kinder – was beschäftigt sie, welche Bedürfnisse haben sie, welche Fragen werden gestellt, welche Probleme werden sichtbar. Kinder sind aktive und kreative Gestalter ihrer eigenen Entwicklung und ihrer Beziehung zur Umwelt. Die Kinder sollen in den Projekten die Möglichkeit haben, Dinge zu erforschen, zu entdecken, zu untersuchen, Erkenntnisse zu erlangen, um ihnen somit Lernprozesse zu ermöglichen. Es werden Themen angeboten, aus dem jedes Kind aus seinem jeweiligen Erfahrungsstand heraus etwas aufnehmen kann. Nicht alle Kinder müssen zur gleichen Zeit, am gleichen Ort mit den gleichen Mitteln das Gleiche tun. Dies muss besonders stark berücksichtigt werden, in unserer großen Altersmischung von 1jährigen bis 6jährigen Kindern.

In den Projekten greifen wir u. a. Themen aus den Naturwissenschaftlichen, Sozialen, Mathematischen Bildungsbereichen auf. Viel Wert legen wir in unserer Projektarbeit auch auf die Kreativität, auf das Malen und Gestalten. Kinder können in kreativen Prozessen die Erfahrung machen, dass sie etwas bewirken können, dass die Welt gestaltbar ist, dass sie ohne Handlungsanleitung von Erwachsenen Problemlösungen finden können und dass sie einen Ausdruck für ihre Eindrücke finden können. Diese Erfahrungen sind wichtige Grundlagen zur Bewältigung und Gestaltung vieler Lebenssituationen.
Kreativität als Lebenskompetenz bedeutet:
- Erlernen von Frustrationstoleranz
- Entwicklung von Durchhaltevermögen bei der Suche nach Lösungen
- Erfolgserlebnisse
- Entwicklung von Selbstwertgefühl
- Bildung von Ich-Kompetenz

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3.5 Bewegung
In keiner Lebensphase haben Kinder so viel Tatendrang und wenden sich mit so großer Begeisterung und so viel Neugierde ihrer Umwelt zu, wie in den ersten sechs Jahren. Das Lernen in diesem Lebensabschnitt geschieht in 1. Linie über Wahrnehmung und Bewegung. Über praktische Bewältigung von Situationen erlangt das Kind seine Erfahrungen. Physikalische Phänomene wie Schwung, Gleichgewicht, Beschleunigung und Schwerkraft können von Kindern über Bewegungstätigkeiten beim Schaukeln, Balancieren oder Springen gewonnen werden. Um den Bewegungs- und Erfahrungsraum zu erweitern, unternehmen wir Ausflüge in nahe gelegene Parks, auf den Bauernhof und zu Spielplätzen. Dort haben die Kinder Lust neue Bewegungsabläufe zu erproben und entwickeln ein Bewusstsein über den eigenen Entwicklungsstand.
Aber auch die Räume des Kinderladens bieten vielerlei Möglichkeiten diesen Bedürfnissen gerecht zu werden. Hier gibt es verschiedene Geräte für Entspannungs-, Gleichgewichts-, Reaktions- und Koordinationsübungen wie zum Beispiel Seile, Reifen, Sportkreisel und Balancierhalbkugeln. Die Kinder überwinden Höhenunterschiede und spüren was sie sich zutrauen, wenn sie auf die Sprossenwand klettern. Das Trampolin ist ein freudiger Ort um das Springen zu erproben. Die Hochebene lädt ein zu dauerhaftem Klettern im Spiel; Die Matratzen zum Tragen und Bauen von Höhlen. Aber auch der Hof bietet eine Reihe von Möglichkeiten sich auszuprobieren. Die Kinder können ihre Roller, Dreiräder oder Fahrräder mitbringen und benutzen, sie können auf Stelzen laufen und neben dem Buddeln an Ball-, Hüpf-, oder Fangspielen teilnehmen. Das Kind lernt im Spiel- und es lernt da am intensivsten, wo es selbst aktiv sein darf.

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3.6 Die Sprache
Die Sprache ist eines der wichtigsten Ausdrucksmittel, die wir haben. Nichts prägt die geistige Fähigkeit eines Kindes so sehr wie die Sprache. Die Kleinen vollbringen beim Sprechen lernen unglaubliche intellektuelle Leistungen. Aus dem Redefluss, den die Kinder hören, müssen sie bestimmte Worte ausgliedern. Jedes Wort muss auf ähnliche Lautkombinationen hin untersucht werden und unterschieden werden, z. B. Haus und Maus, Hand und Hund. Deshalb ist es wichtig, dem Kind viele Spracherlebnisse zu ermöglichen, es ist wichtig, dass es viel und deutlich hört, am besten in Zusammenhang mit Alltagshandlungen. Sprachliches Handeln besteht aus Verallgemeinerung, Differenzierung und Zuordnung. Je mehr sich die Kinder ausprobieren können, umso differenzierter entwickelt sich ihre Sprache. Je vielfältiger die Erfahrungsmöglichkeiten, desto umfangreicher entwickeln sich Wortschatz und Ausdrucksfähigkeiten.

In unserer Arbeit mit den Kindern berücksichtigen wir in vielfältiger Form diese Gegebenheiten. Im Morgenkreis erzählen die Kinder über ihre Erlebnisse, über positive Ereignisse, aber auch über Dinge, die sie als traurig, ärgerlich oder beängstigend empfinden. Wissen wird ausgetauscht, wir bieten Fingerspiele an und singen täglich mit den Kindern. Regelmäßiges Vorlesen, auch von Büchern, die sich die Kinder selbst aus der Bücherei ausgesucht haben (wir gehen alle vier Wochen dorthin) findet statt. In der Projektarbeit bekommen die Kinder sehr vielfältige Erfahrungsmöglichkeiten. Durch das Themenangebot aus unterschiedlichen Bereichen, wird die Differenzierung der Sprache gefördert. Wir schaffen eine Atmosphäre, in denen die Kinder ermutigt werden, sich mitzuteilen und wo ihnen zugehört wird.

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3.7. Beobachtung und Dokumentation
Um uns ein intensives Bild des einzelnen Kindes machen zu können, beobachten und dokumentieren wir regelmäßig.
Bei der Beobachtung geht es uns zum einen um die allgemeine Entwicklung:
- Motorik
- Kognition
- Emotion
- Sprache
Zum anderen um die Bildung:
- Interessen
- Themen
- Stärken
- Kompetenzen
- Lernmethode

Die Auswertung der Dokumentation dient dann zur Vorlage für den Austausch mit den Eltern im Elterngespräch, dabei schauen wir auf die Entwicklungsschritte des Kindes, z.B. welche Stärken, welche Fähigkeiten hat es? Das Beobschtungsziel besteht darin, die aktuelle Interessen- und Bedürfnislage des Einzelnen und der Gruppe zu erfassen und in Projekten aufzugreifen. Durch regelmäßiges und gezieltes Beobachten ist es möglich, zu sehen, was braucht das Kind, wofür interessiert es sich, wie können wir es in seinem Lernprozess mit Angeboten unterstützen. Am Ende der Kitazeit des Kindes übergeben wir ihm und seinen Eltern die Dokumentationsmappe.

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3.8 Umwelterziehung
Es werden Gelegenheiten geschaffen (u.a. Auflüge in Wald und Parkanlagen), in denen die Kinder mit der Umwelt vertraut werden, sie begreifen und verantwortungsvoll mit ihr umgehen lernen. Kleine Tiere werden für kurze Zeit gefangen, um sie zu untersuchen. Die Erzieherinnen ermöglichen den Kindern diverse Naturerfahrungen mit allen Sinnen: sehen, Rinde fühlen, Gänseblümchen schmecken, Gewürzpflanzen riechen.

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3.9 Feste und Feiern
Das wohl wichtigste Fest im Jahr für das Kind ist sein Geburtstag. Das Kind ist an diesem Tag die Hauptperson. Es wird hervorgehoben und kann durch das Erleben aller Geburtstagsrituale die Zugehörigkeit zur Gruppe erfahren und das Interesse an seiner Person spüren. Wichtige jahreszeitliche Feste haben einen großen Stellenwert in der Wochengestaltung. Einige Zeit vorher wird öfter über den Ursprung der großen Feste – Fasching, Ostern, Martinstag, Weihnachten – berichtet. Diese Themen werden in Zusammenhängen mittels Projektarbeit behandelt.

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3.10 Die Frage nach der Schulfähigkeit
Der Eintritt in die Schule stellt einen biographisch bedeutsamen Schritt dar. Die beste und nachhaltigste Vorbereitung auf die Schule schafft der Kinderladen dadurch, dass er - anstelle gezielten und isolierten Funktionstraining, wie etwa im Rahmen der so genannten Vorschulmappen – das positive Selbstbild der Kinder zu unterstützen versucht und damit deren Leistungsbereitschaft dauerhaft erhält bzw. noch erweitert. Leitmotive wie „Kinder stark werden lassen“, ihre ungebrochene Neugier wach halten und in Form eines Lernens „mit allen Sinnen befriedigen“ kennzeichnen unverzichtbare Voraussetzungen dafür, dass Kinder dazu bereit sind, sich auf schulisches Lernen einzulassen. Um die Voraussetzung für die Schulfähigkeit zu schaffen, versuchen wir gezielt, die Spielfähigkeit der Kinder zu unterstützen, da diese für die Persönlichkeitsentwicklung eine entscheidende Rolle spielt. So kann man beobachten, dass Kinder, die im Kindergarten viel und vor allen Dingen intensiv spielen, viele Eigenschaften aufweisen, die als Voraussetzung für Schulfähigkeit gelten: sie sind kontaktfreudig, selbstbewusst, ausdauernd, neugierig und im Spiel konzentriert.

Die Bereitschaft und die Freude der Kinder am Mitmachen sind die wichtigsten Voraussetzungen für die Erweiterung ihres Erfahrungsschatzes und damit die Aufnahme des Unterrichtsstoffes. Folgende Kriterien erleichtern den Eintritt in die Schule:
- Kann das Kind die Aufmerksamkeit der Erwachsenen ohne Eifersucht mit anderen Kinder teilen?
- Kann es gelegentlich Kritik bewältigen?
- Findet es Freunde?
- Kommt es mit alltäglichen Dingen allein zurecht? (Schuhe, Kleidung, Toilette)
- Kann es sich, wenn es andere von ihm erwarten, für eine Weile auf eine Aufgabe konzentrieren?
- Wendet es sich, wenn es Hilfe braucht, auch an andere?

Wichtig ist es zu lernen, sich in einer Gemeinschaft zu orientieren, sich an Regeln zu halten, andere Kinder anzuerkennen und eigene Bedürfnisse zu äußern.

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4. Zusammenspiel der Beteiligten
Kind Erzieher Eltern Das Kind ist eine kleine Persönlichkeit. Es hat einige Dinge geerbt und angenommen von seinen Eltern, ist aber auch ein eigenständig denkendes, kreatives Wesen, das ernst genommen werden will. Es hat eine großer Entdeckerfreude und einen großen Wissensdurst, der unterstützt werden will. Die Eltern haben aus pädagogischen und organisatorischen Gründen ihre Kinder für eine begrenzte Zeit in die Hände von Erzieherinnen gegeben. Die Eltern haben die Möglichkeit, durch Mitarbeit im Gruppengeschehen, durch Elternabende und anhand von Einzelgesprächen mit den Erzieherinnen mehr über ihr Kind zu erfahren und ggf. über häusliche Begebenheiten zu berichten. Sie sind die engsten Bezugspersonen ihrer Kinder. Interessierte und aufmerksame Eltern können unterstützend die Arbeit der Erzieherinnen begleiten und durch Mitteilung ihrer Meinung die Rahmenbedingungen beeinflussen. Die Erzieherinnen sind Beobachterinnen, Wegbereiterinnen und Begleiterinnen, indem sie das Kind unterstützen, durch vielfältige Angebote und Materialien sich in Alltagssituationen seine Welt zu erschließen. Sie sind Personen, welche die Kinder über mehrere Jahre fast täglich mehrere Stunden betreuen und begleiten. Sie ermitteln den Bildungsstand der Kinder und holen sie dort ab, wo sie sich gerade befinden. (Dies trifft auf alle Bereiche zu.) In ihrer Vorbildfunktion als Erzieher geben sie Anregungen und Impulse.

Mit Hilfe der pädagogischen Angebote wird ein Gruppengefühl erzeugt. Das kameradschaftliche Miteinander wird durch gemeinsame Aktionen, wie z. B. eine Übernachtung im Kinderladen oder einer Kurzreise noch unterstrichen. Die Erzieherinnen stehen im ständigen Austausch miteinander, sei es durch Gespräche während des Alltags oder den wöchentlichen Teamsitzungen. Die Transparenz der täglichen Arbeit wird durch die Erstellung eines Wochenplans, durch Aushängen von Fotos oder Berichten auf Elternabenden erzielt. Mit Kindern leben, heißt sie in die Mitte nehmen, sie schützend begleiten und an ihrer Art die Welt zu erfahren, teilnehmen. Damit dies gut gelingen kann, müssen die Erziehenden (d. h. Erzieherinnen und Eltern) den regen Austausch miteinander suchen. Ist ein gutes Klima und ein vertrauensvolles Miteinander – im Sinne kritischer Achtung – gegeben, so ist die Arbeit gut zu realisieren. Die Erzieherinnen können dann auf individuelle Wünsche eingehen, soweit die Gruppe nicht darunter leidet und die Förderung der Kinder im KiLa nicht die Grenze des machbaren überschreitet. Diese Grenze ist erreicht, wenn ein Problem auftritt, das einer langfristigen, intensiven Förderung bedarf. Den KiLa verstehen wir als einen Ort des Zusammenlebens, wo den Kindern und uns die Gelegenheit gegeben wird, sich miteinander zu entwickeln und zu entfalten. Wir wollen viel Zeit haben, uns menschlich zu begegnen.

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